Du kommst aus dem Wolladen.

Mit einer Tüte voller Träume und Vorstellungen von deinem neuen Superprojekt.

Die nette Wolletante hat für dich den idealen Pullover gefunden und dir die Strickanleitung für deine Größe gleich mitverkauft.

Jetzt nach Hause, auf das Sofa, einen Tee kochen und sofort anfangen.

Du siehst dich schon am Wochenende, eingekuschelt in deinem neuen Lieblingspulli.

Also schnell die Maschen anschlagen.

Weißt du, warum das so nicht funktioniert?

Richtig! Die ungeliebte Maschenprobe.

Du denkst, die Arbeit kannst du dir sparen.

Das ist doch verlorene Zeit, oder?

Du willst lieber gleich anfangen. Dann bist du schneller fertig.

Das hat Lisa auch gedacht und musste alles wieder aufribbeln.

Wenn du willst, dass dir dein selbstgestrickter Pullover passt, dann lies bitte unbedingt weiter.

Denn in diesem Artikel erfährst du, welche Vorteile du hast, wenn du eine perfekte Maschenprobe anfertigst, und welche Schritte dafür notwendig sind.

Ich zeige dir, welche Fehler du dabei unbedingt vermeiden musst.

Und du erfährst, wie die Maschenprobe dir hilft, schneller zum Ziel zu kommen.

Deinem fertigen Kuschelpullover.

Du spürst, wie sich die Wolle strickt und anfühlt.

Es ist kein Geheimnis, dass eine Maschenprobe nützlich ist.

Außerdem kann sie dich davor bewahren, alles wieder aufzuribbeln.

Der größte Vorteil ist, dass sie dir ein Gefühl für die Textur gibt. 

Du merkst gleich bei den ersten Maschen, wie sich die Wolle verarbeitet und ob du mit dem Muster und den Nadeln klarkommst.

Stricke die Maschenprobe immer mit der Wolle, mit der du deinen Pulli im Anschluss stricken willst.

Sonst wäre sie sinnlos.

Du findest die richtige Maschenzahl für deine Größe nur, wenn du die Maschenprobe mit der Wolle strickst, die du für dein Projekt verwendest.

Du bekommst ein Gespür für das Garn, wenn es durch deine Finger gleitet.

Hast du ein Stück gestrickt, dann fühlst du an deiner Maschenprobe, welche Textur das fertige Strickstück später haben wird. 

Dabei kannst du dir vorstellen, wie sich dein fertiger Pullover anfühlt, wenn du ihn trägst.

Siehst du ihn schon vor dir?

Beim Stricken stellst du auch fest, ob die Textur vom Garn und dem Muster zu deiner Anleitung passt.

Wie fällt das Probestück?

Eignet sich die Beschaffenheit für deine Zwecke?

Eine Trachtenjacke muss fester sein als ein daheimrum Kuschelpulli

Mit der Strickprobe bekommst du sofort einen Eindruck davon, wie weich oder wie fest dein Pullover später wird.

Dann kannst du bereits erahnen, wie behaglich dein fertiges Werk wird.

Vergleiche die Festigkeit mit verschiedenen Nadelstärken

Strickst du fest oder locker? Keine Ahnung?

Nimm die Nadelstärke, die in der Anleitung angegeben ist, und probiere es einfach aus.

Ist das die gleiche Stärke, die auf der Banderole der Wolle angegeben ist?

Steht auf der Wolle etwas anderes als in der Anleitung, dann teste mit dieser Nadel ebenfalls.

Gefällt dir das besser?

In vielen Anleitungen steht, du sollst die Nadelstärke so wählen, dass du die angegebene Maschenprobe erreichst.

"... Sind es weniger Maschen als in der Strickanleitung angegeben: Stricken Sie fester oder nehmen Sie dünnere Nadeln. Haben Sie mehr Maschen gezählt: Versuchen Sie lockerer zu stricken beziehungsweise nehmen Sie dickere Nadeln. ..."

Das ist der totale Quatsch.

Willst du dich beim Stricken die ganze Zeit verbiegen?

Kannst du dich beim Fernsehen oder in der Bahn darauf konzentrieren, besonders fest oder locker zu stricken?

Das müsstest du tun, um diesem Ratschlag zu folgen.

Und wo bleibt dabei das Vergnügen beim Stricken?

Verbiegst du dich nicht, bekommst du entweder einen Blechpullover oder einen hängenden Sack anstatt deinen Lieblingspulli.


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Die Arbeitsanweisung in der Anleitung beschreibt, wie die Designerin bei dem Projekt gearbeitet hat.

Wie soll daraus der Pullover werden, den du dir vorstellst?

Nimm die Nadelstärke, die deinen Vorstellungen entspricht, dann bist du deinem Lieblingsstück einen Schritt näher.

Teste verschiedene Nadelstärken und, wenn du willst, auch verschiedene Nadelmaterialien.

Vielleicht strickst du mit Bambus- oder Holznadeln gleichmäßiger als mit den alten, einfachen von deiner Oma.

Tipp: Stricke zwei oder drei Reihen kraus, wenn du die Nadel wechselst.

Schreibe dir am besten auf, mit welchen Nadeln du welchen Teil angefertigt hast.

Vielleicht fängst du nicht sofort mit deinem neuen Projekt an.

Dann liegt die Maschenprobe ein paar Tage oder Wochen herum.

Später kannst du dich dann einfach nicht mehr daran erinnern, welches Stück du mit welcher Nadel gestrickt hast.

Stricke mit verschiedenen Nadelstärken und du siehst wie fest oder locker dein Pullover wird.. Maschenprobe Stricken

Die Nadelstärke soll zu dir und deinem Material passen. Nicht zur Anleitung und nicht zur Designerin.

Probiere das Muster aus

Stricke dein Probestück in dem Muster, das in der Anleitung vorgesehen ist.

Hat der Pullover verschiedene Muster?

Dann solltest du die Maschenprobe für das Hauptmuster mindestens 8–10 cm hoch stricken oder einen ganzen Rapport.

Vorteil: Du hast die Strickschrift schon einmal durchgearbeitet und du bist einen Schritt weiter bei der Realisierung von deinem Projekt.

Besteht das Modell aus verschiedenen Mustern, dann probiere sie alle aus.

Dann merkst du auch gleich, ob du mit der Beschreibung klarkommst.

Es gibt Modelle, bei denen der Pullover mit einem Muster anfängt und in einem anderen weitergestrickt wird.

Dann ist es sinnvoll, zu schauen, ob sich bei den verschiedenen Mustern gravierende Unterschiede in der Breite ergeben.

Vielleicht musst du am Übergang der Muster die Maschenzahl verändern.

Verschiedene Muster - probiere verschiedene Muster aus um zu entscheiden welches du verwenden willst. Maschenprobe Stricken

Probiere die verschiedenen Muster mit verschiedenen Nadeln.

Unter Umständen gefällt dir das Lochmuster besser mit einer dünneren Nadel und das Strukturmuster besser mit einer dickeren.

Maschenzahl für die Maschenprobe

Wie viele Maschen du zum Anfertigen der Maschenprobe anschlägst, richtet sich nach der Wolle.

Ein grober Richtwert ist die Maschenprobe auf der Banderole. Stricke niemals diese 10 cm, sondern mindestens das 1,5 bis 2-Fache.

Die Maschenprobe muss mindestens so groß sein, dass du bequem 10–12 cm im Innern der Maschenprobe in der Breite messen kannst.


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Messen, Rechnen, Stricken!


Die Randmasche und die 1–2 Maschen daneben sind häufig nicht gleichmäßig.

Oftmals sind die Maschen dort etwas lockerer und damit breiter als in der Mitte des Strickstücks.

Darüber hinaus macht es keinen Sinn, die Randmasche bei der Strickprobe mitzumessen. 

Sie verschwindet beim Zusammennähen doch auch in der Naht. 

Schlage also immer mehr Maschen für die Probe an. 

Das richtet sich grob nach der Nadelstärke. 

Das habe ich dir einmal zusammengefasst. 

Hier siehst du, wie viele Maschen du mit welcher Nadelstärke für die Probe anschlagen solltest:

Nadelstärke Maschenzahl
>8 20 Maschen
5–7 30 Maschen
3–4 40 Maschen
<3 50 Maschen

Stricke so viele Reihen im Muster, damit du später bequem zwischen 10 und 12 cm in der Breite messen kannst.

Nach fünf Reihen passt noch nicht einmal dein Maßband auf die Maschenprobe. 

Wie willst du sie dann ausmessen, um die richtige Maschenzahl zu ermitteln?

Hat das Muster einen größeren Rapport in der Höhe, stricke mindestens 2 Rapporte.

Du denkst bestimmt: Muss das sein?

Nein. Muss es natürlich nicht.

Du kannst diesen Schritt auch weglassen.

Entschließt du dich aber doch dazu, dann hilft dir das für die Mustereinteilung. 

Wenn du weißt, wie hoch ein Rapport wird, dann kannst du damit die Gesamtlänge von deinem Pulli exakt einteilen. 

Dann fängt der Halsausschnitt genau am Ende des Rapportes an und der letzte Zopf hat den richtigen Abstand zur Schulter. 

Wasche die Maschenprobe wie deinen fertigen Pullover

Maschenprobe waschen oder nicht?

Ich wasche meine Maschenproben meistens nicht. Außer!!

  • bei einem Garn, das sich beim Waschen stark verändert, wie Seide oder Viskose, die um bis zu 30 % länger wird
  • bei Mustern, die dazu neigen, beim Tragen länger zu werden, wie Patent- oder Lochmuster
  • bei Rippenmustern, die sich in der Breite schlecht messen lassen
  • bei Strukturmustern, die breiter und länger werden

Du kennst bestimmt die in Halbpatent gestrickte Jacke von deiner Oma.

Bei der musstest du die Ärmel jeden Tag einmal mehr umschlagen.

Elastische Wolle behält ihre Form besser. Mit einer fest versponnenen, unelastischen Baumwolle wird dein Pulli nur durch das Stricken selbst flexibel.

Das Waschen der Maschenprobe gibt dir einen Hinweis, wie sich dein gestrickter Pullover später beim Waschen verhält.

Du kannst ausprobieren, ob das Material überhaupt in der Maschine waschbar ist, und wie es nach dem Waschen herauskommt.

Willst du etwas Gestricktes verschenken?

Teste besser vorher, wie der Beschenkte dein Werk später behandeln wird.

Ich kenne junge Mütter, die handgestrickte Babyjäckchen aus Kaschmir in den Trockner geworfen haben.

Das willst du bestimmt nicht erleben. (Männer machen sowas auch.)

Schenke solchen Menschen lieber etwas aus einem strapazierfähigen Garn.

Es ist schade ums Geld und um die viele Arbeit.

Fixiere die gewaschene, feuchte Maschenprobe mit ein paar Stecknadeln auf einer Unterlage. Zum Beispiel einem Kissen oder einem Stuhl.

Dehne die Probe dabei nicht, sondern streiche sie nur leicht glatt und ziehe sie in Form.

Das Aufspannen der gewaschenen Maschenprobe hilft dir beim Messen maschenprobe stricken ganz einfach. Maschenprobe Stricken

Messe die Maschenprobe vor und nach dem Waschen.

Die Unterschiede können gravierend sein.

Wie du die Maschenprobe richtig misst, zeige ich dir im nächsten Beitrag.

Schreibe dir die Unterschiede auf oder knips es kurz mit dem Handy.

Jetzt kannst du umrechnen, wie viele Maschen du anschlagen musst.

Nach dem Waschen weißt du, welche Maschenzahl du für eine bestimmte Größe brauchst.

Das heißt, wie viele Maschen für die Breite und wie viele Reihen für die Länge erforderlich sind.

Trenne die Probestücke nicht auf

Am besten lässt du die Maschenprobe, wie sie ist.

Die paar Meter Garn machen dich nicht arm.

Normalerweise hast du sowieso am Ende noch Wollreste übrig.

Fange dein Projekt mit einem neuen Knäuel an und verstricke diesen ganz.

Damit kannst du abschätzen, wie hoch der Garnverbrauch sein wird.

Behalte die Maschenprobe als eiserne Reserve, falls du am Schluss noch etwas Wolle für die Blende oder zum Zusammennähen brauchst.

Hefte deine Maschenprobe ab und du hast eine Chronik deiner Erfolge und Fortschritte.

Schreibe auf, mit welcher Nadel du gestrickt hast und warum, und wie dein erster Eindruck von der Textur war.

Bist du überzeugt?

Nimm also die Nadel, das Muster und das Garn, das dir gefällt!

Stricke eine Probe von mindestens 15 cm Breite und Höhe und wasche sie so, wie du deinen fertigen Pulli waschen wirst.

Entscheide dich für Muster und Nadelstärke anhand deiner Maschenprobe.

Behalte die Maschenprobe. Damit gibst du deiner Arbeit die Wertschätzung, die sie verdient.

So. Das war der letzte Schritt zur perfekten Maschenprobe.

Im nächsten Beitrag liest du, wie du die Maschenprobe optimal ausmisst, um mit dem Ergebnis den perfekten Pullover zu stricken.

Damit bist du kurz davor, deine Anleitung für deine Größe umzurechnen und mit der richtigen Weite die perfekte Anzahl Maschen für den Anschlag zu bestimmen.

Hier noch ein paar Tipps, was du mit deiner Maschenprobe hinterher anstellen kannst.

Extratipp: Weiterverwenden der Probestücke

Die Mühe, die du dir mit dem Stricken der Maschenprobe gemacht hast, muss nicht versteckt werden.

Ich habe ein paar Ideen für dich zusammengestellt, wie du die Maschenproben weiterverwenden kannst.

  • Füge sie zu einer Flickendecke oder einem Kissenbezug zusammen. Ergänze das mit Flicken, die du aus Wollresten strickst. Beim Zusammenfügen der bunten Ecken kannst du dich nochmal kreativ austoben.
  • Mache aus deinen Notizen, der Maschenprobe und allem, was sich von deinem Projekt angesammelt hat, ein Moodboard. Hänge es in deiner Wohnung auf.
  • Gestalte ein Lookbook für dein Projekt. Klebe eine Probe von der Wolle und die Banderole dazu und schreibe deine Notizen und Eindrücke beim Stricken auf.
  • Erstelle dir ein Bullet-Journal für alle deine Projekte. Dann findest du später alles ganz leicht wieder. Hefte die Anleitung und das Muster dazu.

Du siehst, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Maschenprobe weiterzuverwenden.

Ein paar weitere Ideen habe ich noch bei Caroline gefunden.

 

Strickst du eine Maschenprobe? Oder hast du noch weitere Ideen? Schreibe mir in den Kommentaren.